Bevorstehende Extremwetterereignisse, Diskussionen über mögliche Schadenslagen
#440
Ihr habt es eh schon geschrieben auf FB, ich mache mal einen Thread auf, poste ein paar Gedanken hier rein. Bitte sehr ;)

Heim von der Arbeit, ran an den PC: die Wetterlage, die sich nun entwickelt, ist spannend - vor allem wenn es um die möglichen Regenmengen geht.
Und selbst 24-36 Stunden davor ist die Einigkeit der Modelle quasi kaum gegeben. Es scheint sich zwar eine leichte Westwärtsverschiebung der Starkniederschläge anzudeuten, aber aufgrund der Komplexität ist das alles andere als sicher.
Schuld ist der gerechnete Komplex zweier gerechneter Tiefs, die einen sogenannten "Dipol" bilden. An dessen Ostseite wird feuchtwarme Mittelmeerluft angesaugt, an dessen Westflanke strömt mit Drehrichtung gegen den Urzeigersinn a) die herumgeführte Feuchte heran, b) Nordseeluft, die sich dann in der sogenannten Tiefdruckrinne mischen und hebungsbedingt für Starkniederschläge sorgen werden ( hier werden die Luftmassen zum Aufsteigen gezwungen, was Konvektion, ergo Niederschlag erzwingt).
Aktuell werden die stärksten Niederschläge bis über 150 Liter und mehr vor allem über Bayern im Bereich Dingolfing, Regensburg gerechnet, über dem westlichen Innviertel 70-100, nach Osten schnell weniger: im Zentralraum ist zwischen 3 und 100 Litern noch immer alles möglich.
Die Wetterlage erinnert ein wenig an Juni dieses Jahres, als der Raum Braunau und vor allem Simbach am Inn stark betroffen waren. Irgendwo im Radius von 200km ist so ein Niederschlagsereignis meines Erachtens durchaus möglich.
Ganz kurz:
Kommt es irgendwo zu Starkregen? JA
Ist schon sicher wo? NEIN
Wie groß ist die Bandbreite z.B. für den Raum Wels? 5-100 Liter, im Mittel 40.
Wie groß ist die Bandbreite für den Raum Schärding? 30-130 Liter, im Mittel rund 80 Liter.
Je weiter nach Osten: umso trockener
Je weiter nach Westen: umso wahrscheinlicher, dass viel Regen, bzw. extrem viel Regen fällt.
Es ist also noch viel Luft nach oben oder unten, eine genaue Punktvorhersage dementsprechend und derzeit unmöglich.

Bild
Matthias, Patrick, mario.gugglberger findet das super
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von Matthias
#441
ich denk mal, dass die größte Herausforderung der Modelle die Einberechnung der "halb-tropischen" Komponente ist.

Wenn man sich die PWAT-Werte ansieht, die um das Tief bzw. den Tief-Komplex bestehend aus 2 (?) Bodentiefs und einem Höhentief anschaut - nd auch die CAPE-Werte am Samstag in der Früh (750 J/kg im Süden um 06Z!) kommen da alle Modelle ins Schleudern.

Es ist aber arg, dass selbst Modellle wie das WRF-ARW 4km DERMASSEN fluktuieren... das sind +/- 300...400km bei jedem Lauf.

In der Früh ist OÖ mit 150+ in 24h abgesoffen - jetzt mitn Lauf um 12Z/15Z wird Bayern versenkt... jo...

Lotto macht mehr Spaß :D

na - ernsthaft... es ist echt nicht einfach.